PG Oberleichtersbach-Schondra

Es geht auch anders
"Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon" (LK 16,13)

Vielen Menschen wächst gerade vieles über den Kopf.
Verantwortliche in der Politik suchen nach kurzfristigen Lösungen in der gegenwärtigen Zeit, die für viele Menschen von Unsicherheiten und Ängsten geprägt ist.
Wer und mit was soll das alles bezahlt werden?
Strom, Gas, Benzin, Grundnahrungsmittel, alles ist teurer geworden!
Der Handwerksbäcker um die Ecke bangt um seine Existenz!
Vielen Betrieben droht das Aus!
Gut verdienende Menschen kommen noch gut durch, doch was ist mit denen, die eh schon auf der Strecke geblieben sind?

Ihnen allen wird es derzeit beim Einkaufen ähnlich gehen, wie mir: Brot 50 Cent teurer, Brötchen 20 Cent mehr, Milch, Butter, alles geht hoch; Dann noch die Mogelpackungen, in denen plötzlich weniger drin ist bei gleichem Preis;
Ja selbst die Klopapierrollen sind schmäler geworden und kosten mehr.

Klar, die Preise für Sprit und Energie müssen für die Industrie irgendwie wieder reinkommen; aber bitte nicht so, dass der Kunde am Ende beschissen wird…

Es geht wie schon zu frühbiblischen Zeiten um Handel und Verkauf und einen möglichst großen Gewinn. Das hat 7 Jahrhunderte vor Christus schon der Prophet Amos angeprangert, von dem wir heute hörten:

„Hört dieses Wort, die ihr die Armen verfolgt und die Gebeugten im Land unterdrückt! Ihr sagt: Wann ist das Neumondfest vorbei, dass wir Getreide verkaufen, und der Sabbat, dass wir den Kornspeicher öffnen können? Wir wollen das Hohlmaß kleiner und das Silbergewicht größer machen, wir fälschen die Waage zum Betrug…“ (Amos 8,4…

Ein Jahrtausende alter Text, der brandaktuell ist und uns zeigt, dass es bereits in frühen Zeiten der Menschheit um Macht und Gewinn gegangen ist. Daran hat sich bis heute kaum was geändert, denn die bereits Armen und am Rande stehenden werden weltweit immer noch ausgebeutet; Mit Folgen, die wir jetzt nach und nach selbst zu spüren bekommen, wenn wir auf die Veränderungen unseres Klimas schauen.
Corona und der Angriffskrieg in der Ukraine durch Russland tun das ihrige dazu.

Für viele Menschen ist dies und vieles mehr Grund genug zu jammern und zu klagen, denn es geht um die Zukunft, nicht nur um unsere, sondern um die der ganzen Menschheit.
In einer global voneinander abhängigen Welt tragen alle auch Verantwortung dafür, wie diese Welt, wie alle Menschen so leben können, dass keiner auf der Strecke bleibt.

Ob es Lebensmittel, Kleidung, andere Gebrauchsgegenstände, Elektrowaren, Gas, Strom, Benzin oder andere Dinge sind, wir hängen alle mit drin in den Abhängigkeiten, die wir uns als Menschen selbst geschaffen und zugelassen haben.
Wir kommen im Grunde gar nicht an dem „ungerechten Mammon“ vorbei, den Jesus erwähnt, an dem Besitz, den wir uns jeden Tag neu erwerben und für den viele andere Menschen schuften und dennoch nicht davon leben können.

Normalerweise machen wir uns doch keine Gedanken, wie alles entsteht und gefertigt wird und wo alles herkommt.
Die gegenwärtige Situation, so schwer sie für viele ist und noch sein wird, hilft uns auch, unsere Augen zu öffnen und genauer hinzuschauen, macht uns vieles plötzlich klar und bewusst.

Der Tetrapack H-Milch ist nicht nur einfach Milch; das ist Arbeit vom Landwirt, die Sorge um seine Kühe, die Mühe um das Futter, das Ausbringen des Mistes, die Kühlung nach dem Melken, der Verkauf an die Molkerei, der Sprit fürs Bringen oder Abholen, das Gas, um die Milch zu erhitzen, das Abfüllen in den Tetrapack, der ebenfalls unter hohem Energieaufwand hergestellt wurde, wahrscheinlich noch im Ausland und der später wieder – und das nicht ohne Energie - vernichtet werden muss.

Das ist nur ein Beispiel. Gleich was es ist, was ich an produzierter Ware in die Hand nehme, ich nehme damit im Grunde die ganze Welt in die die Hand.

Ich kann viele Aktionen wie Friday for future, zurück zur Einfachheit, Kaufen aus der Region, aus Alt mach Neu, Reparieren statt Neukaufen gut verstehen und auch nachvollziehen, denn sie zeigen uns, dass es auch anders geht.

Wenn Jesus uns sagt, dass wir besser Gott dienen als dem Mammon, dann meint er damit nicht, dass wir nun am besten alles stehen und liegen lassen und ins Kloster gehen sollen.
Gott dienen heißt, ihn im Leben ernst zu nehmen, heißt auch, seiner Schöpfung zu dienen, und zwar so, dass sich auch dem Menschen dienen kann, ohne auszubluten.

Unsere Industrialisierung  und Technik hat uns viel Gutes gebracht, doch sie ist nur so lange gut, wie sie auch wirklich allen Menschen dient.
Davon sind wir nicht nur weit entfernt, sondern wir bleiben den Menschen, der Schöpfung und letzlich auch Gott dem Schöpfer vieles schuldig.

Die zu erkennen ist der erste Schritt, den wir gehen können. in der eigenen kleinen Welt es möglichst anders zu machen, ist der nächste.

"Wer in den kleinen Dingen zuverlässig ist, der ist es auch in den Großen", sagt Jesus.

Step by step, Stück für Stück...        AMEN

Gottes Segen für dich und alle, die dir begegnen..

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