PG Oberleichtersbach-Schondra

Gegen die Ungewissheit

Unser Glücksempfinden hängt sehr davon ab, in welchen Zeiten wir leben. Erscheint uns die Zukunft sicher, lebt es sich gut und angenehm. Regiert aber die Ungewissheit, sorgt das für tiefgreifende Verunsicherung bei vielen von uns. Denn dann ist das Leben plötzlich voller Fragen. Was wird werden? Wohin führt uns die Reise?
Der Zuversichtliche wird sagen: „Ganz gleich, wohin. Es wird auf jeden Fall gut ausgehen.“ Der Ängstliche wird sich nicht einmal entscheiden können, in welchen Zug er einsteigen soll.
Man könnte also sagen, dass Glück eng mit Gewissheit verknüpft ist. Oder, wie es der französische Romancier Honoré de Balzac einmal formulierte: „Gewissheit ist die Grundlage, nach der die menschlichen Gefühle verlangen.“ Was aber nützt das Verlangen, wenn man in ungewissen Zeiten lebt, also in Zeiten wie diesen?
Die Antwort lautet: „Viel und wenig zugleich.“ Wenig, weil wir die Umstände nicht ändern können, das liegt nicht in unserer Macht. Viel, weil es andere wirkmächtige Hebel gibt, mit denen wir das Gefühl der Ungewissheit steuern können.
Schauen wir uns einmal an, wozu wir neigen, wenn die Last der Ungewissheit uns bedrückt. Wir ziehen uns zurück, igeln uns ein, wollen nichts mehr hören, sehen oder lesen von dem, was draußen vor sich geht. All das sind verständliche Reaktionen, jedoch machen sie die Sache nicht besser, sondern schlimmer. Denn auf diese Weise laufen wir Gefahr, einsam zu werden: Einsamkeit ist der Komplize der Ungewissheit.
Was also können wir tun? Wir können die Gewissheiten dort suchen, wo wir sie auch in der Vergangenheit schon gefunden haben. Die Gewissheit, dass zwei Menschen, die sich lieben, auch füreinander da sind, wenn es schwierig wird. Die Gewissheit, Freunde zu haben, die verlässlich sind, um auch großen Belastungen standzuhalten. Die Gewissheit, dass die Liebe eines Hundes bedingungslos ist und wir für ihn das Zentrum seines Lebens darstellen.
Wenn wir uns all das (und vieles mehr) vor Augen führen, es bewusst leben und wertschätzen, dann laden wir unser Konto der Gewissheit stetig auf. Nein, das kann die Ungewissheit der Welt nicht beseitigen. Aber wir können ihr etwas entgegensetzen: das Vertrauen in die Menschen, die wir lieben und somit Vertrauen in das Leben selbst. Mit Liebe trotzen wir den größten Ungewissheiten. So haben es Menschen schon immer getan, zu allen Zeiten. Wir schaffen das auch.

Uwe Bokelmann

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Du musst nicht über die Meere reisen ...

Sorge nicht

Gegen die Ungewissheit

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Immer weiter ...

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Es geht auch anders"Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon" (LK 16,13 ...

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... für mein Leben gibt es einen Plan!

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„Im Vertrauen das Unbekannte wagen“ kann sehr viel bedeuten, für jeden anders, aber jeder von uns hat dies schon miterlebt ...

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Ja zu Gott - trotz allem Wir brauchen in der Kirche mehr Neuanfang trotz oder vor allem wegen der Wunden der Vergangenheit ...

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